Sanatorium.

Wir sind vom Berg herabgestiegen und wieder in das Haus am Hang gezogen. Die Hütte im Wald haben wir Freunden überlassen, die ihre Wohnung in der Stadt nicht zahlen können. Der Frühling hat die Hügel rosa, grün getupft, doch bringt die Sonne kalten Wind mit sich; morgens sind die Blüten noch mit Eis überzogen. Die Lage ist verworren. Fluchend verkauft M. die Aktien des Onkels, ehe sie sich ganz auflösen.

Ein paar Passagiere nur setzen wir am Tag mit der Fähre über, dazwischen suchen wir das Ufer nach Brauchbarem ab. Das Hochwasser hat sich zurückgezogen, rasch trocknet der Boden. Drüben in der Stadt sind die Straßen verwaist. Vereinzelte Reisende führen wir herum, ich schwinge den Stock mit dem silbernen Knauf. Die Drift zwischen den Menschen verlangsamt sich und auch die Regale in den Läden sind wieder gefüllt mit Grüßen aus wie jetzt fremden Gegenden.

Wer aber stärkt lasse Hände, die ohne Beschäftigung im Schoß liegen? Ziellos wimmelt Ungeziefer in den Wänden. Aus allen Ritzen traut sich hervor, was lang ins Unsichtbare gebannt war. Die Hände, sie werden dreckig vom Waschen, die Haut ist ein Sack, genäht um nichts und wieder nichts. Unaufhaltsam rollt der Wald seine Blätter aus, greift rettend in die blauen Zimmer. Sperber rütteln am Himmel, die Gefahr, nicht zu sterben, wächst.

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Ein Kommentar zu “Sanatorium.

  1. Pingback: Brausen. | Paul Fehm

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