Kunst von Zeitwille am 7. Juni im DAI Heidelberg

LITERATURGRAFFITI:
Wie benutzen wir Worte und was ist der Zusammenhang? Dieser Frage geht die Kunstbewegung mit Hilfe von den Streetart-Techniken Pochoir und Graffiti auf den Grund. Die Worte LIEBE, SINN, GLÜCK, bekannt aus Aktionen mit Abreisszettel, bilden das Rahmenwerk für eine Geschichte zwischen diesen Begriffen.

TASTATURBATTLE:
In Zeiten von multidimensionaler und schneller Kommunikation, auch Chat genannt, ist die Sequenz ständig und permanent bi-direktional. Mit einer interaktiven Installation treibt die Kunstbewegung Zeitwille diesen Fakt ad adsurdum. Zwei Menschen blicken dabei auf eine Plexiglasscheibe und schreiben gemeinsam im Wechsel einen Text. Ein Computersystem vergibt dabei nach dem Zufallsprinzip die Schreibrechte im Wechsel an die Kontrahenten oder Partner im gemeinschaftlichen Verfassen eines Inhalts. Diese so entstandenen Inhalte sind Grundlage für die im weiteren Verlauf des Abends präsentierten visuellen Inhalte auf der Party.

GEBÄRDENSPRACHE-POESIE:
Wir verstehen Sprache als auditiven Inhalt obwohl Kommunikationswissenschaftler immer wieder darauf hinweise dass auch der Körper den nichtverbalen Inhalt einer gesprochenen Nachricht unterstützt oder widerspricht. Diese Überlegung wird in Form eines Gedichts in Gebärdensprache (hier zum Video) erklärt.

LIEBESMASCHINE:
Was ist genau Liebe? was Vertrauen? Dieser, in der Literatur, speziell Poesie immer wiederkehrenden Inhalte, geht diese Installation auf den Grund. Wie genau es funktioniert wird noch nicht verraten. Die Tests dieser Maschine sind jedenfalls viel versprechen.

Wir wünschen euch und uns, also an sich uns allen, ein wundervolles und interaktives Festival. Wir freuen euch und sind auf eure Kreativität gespannt. Zusammen machen wir diesen Tag zu etwas sehr Besonderem.
Jeder Mensch ist Künstler,
Liebe, ZEITWILLE

:: MANIFEST ::

Nicht die einzelnen Buchstaben der Sätze und Verse, nicht die einzelnen Partikel der Druckfarbe auf weißem Papier sind es, die manche Schriftstücke zu bedeutungsvollen Erlebnissen machen, sondern der Umstand, dass berühmte Verwirklichungen nicht das Werk einzelner Persönlichkeiten, sondern Schöpfungen ganzer Epochen und Generationen sind.

Wer fragt angesichts solcher Moment des Erlebens nach Namen und was bedeutet die zufällige Persönlichkeit der Künstler, Schriftsteller und Dichter?
Die entscheidenden Leistungen auf allen Gebieten tragen einen objektiven Charakter und ihre Urheber sind meist unbekannt.

Das künstlerische Wirken ist seinem Wesen nach ganz unpersönlich. Es ist reiner Träger eines Zeitwillens. Hierin liegt dessen tiefste Bedeutung.
Nur so kann das Wirken zum Symbol seiner Zeit werden.

Künstlerisches Wirken ist immer raumgefasster Zeitwille, nichts Anderes.
Ehe diese einfache Wahrheit nicht klar erkannt wird, kann der Kampf um die Grundlage eines neuen Realismus in der Kunst nicht zielsicher und mit wirksamer Stoßkraft geführt werden; bis dahin muss es ein Chaos durcheinander wirkender Kräfte bleiben. Deshalb ist die Frage nach dem Wesen der Kunst von entscheidender Bedeutung.

Man wird begreifen müssen, dass jede Kunst an ihre Zeit gebunden ist und sich nur an lebendigen Aufgaben und durch die Mittel ihrer Zeit manifestieren lässt.

In keiner Zeit ist es anders gewesen. Deshalb ist es ein aussichtsloses Bemühen, Inhalt und Formen früherer Epochen unserer Zeit nutzbar zu machen. Selbst die stärkste künstlerische Begabung muss hier scheitern.

Wir erleben immer wieder, dass hervorragende Künstler nicht zu wirken vermögen, weil ihre Arbeit nicht dem Zeitwillen dient. Sie sind letzten Endes trotz ihrer großen Begabung Dilettanten, denn es ist bedeutungslos mit welchem Elan das Falsche getan wird. Es ist ein alter Trugschluss fernstehender Betrachter, für die Tragik solcher Fälle die Zeit verantwortlich zu machen.

Man kann nicht mit zurückgewandtem Blick vorwärts schreiten und nicht Träger eines Zeitwillens sein, wenn man in der Vergangenheit lebt. Das ganze Streben unserer Zeit ist auf das Profane gerichtet. Die Bemühen der Mystiker werden Episoden bleiben. Trotz einer Vertiefung unserer Lebensbegriffe werden wir keine Renaissance erleben. Auch die große Geste bedeutet uns nichts, denn wir spüren dahinter die Leere der Form.

Unsere Zeit ist unpathetisch.
Unsere Zeit ist bemessen.
Unsere Zeit ist das Jetzt.

Wir schätzen nicht den großen Schwung,
sondern die Vernunft und das Reale.

 zeitwille

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