M.emories.

m.emories

So ist es passiert. »Entschuldige, dass ich nicht rauche«, sagte M., und setzte sich auf meinen Schoß. Sonst war auch kein Platz mehr frei am Tisch. »Ich will nicht unhöflich sein.« Sie habe es zwar versucht, aber Zigaretten wollten ihr einfach nicht schmecken. Ich verzieh ihr das Unvermögen. M. war neu in der Stadt, sie wusste sich aber gleich zu benehmen. Ungefragt hatte sie uns Dornfelder bestellt und gleich am Tresen bezahlt. Wahrscheinlich war es schon in diesem Augenblick, dass mir der Gedanke gefiel, mich in sie zu verlieben.

Ich konnte meine Augen nicht von ihr nehmen, was ziemlich schwierig war, da sie die meiste Zeit auf meinem Schoß saß und ich nicht wie ein Irrer starren wollte. Sie bestand darauf, meine Zigaretten anzuzünden, ich blies den Rauch über ihre linke Schulter hinweg. Ich redete heillosen Unsinn und sie ließ es mich nicht merken. Dann irgendwann lächelte sie und sah mich an, als wollte sie damit sagen, dass sie mich ansah und lächelte. Es war ein magischer Abend, mit Schwestern und Brüdern für eine Nacht, und mit M. aus dem Nirgendwo.

Sie war aus gutem Elternhaus, mit den besten Manieren, von einer noch besseren Universität. Ich versuchte vergebens, sie zu beeindrucken, aber vielleicht gefiel ihr auch bloß die Art und Weise, wie ich mein Bestes verbergen wollte. Ich war ganz in ihrem Bann, nicht einmal sicher, ob sie nun landläufig schön war. Insgeheim ärgerte ich mich über meine blöde, wie irrsinnige Schwärmerei. Was wusste ich schon von ihr. Aber wie viel verrückter wäre es gewesen, sie später, unter dem Gejohle der Sterne, nicht zu küssen. Das also war unsere erste Begegnung.

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8 Kommentare zu “M.emories.

  1. Oh das kenne ich nur zu gut… Frau kann auch so viel Unsinn…ne Irrsinn labern, ohne Luft zu holen und dabei regelrecht entflammen. ;-) Im Endefffekt ist nichts davon Unsinn, aber die Sinne rauschen in solchen Momenten so mächtig durch das Gehirn… Durchblutung von intergalaktischer Hormonen, man lässt es quasi treiben, ohne Sinn und Verstand. Das Gefühl ist einfach schön, oder nicht?

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  2. Pingback: Titel. | Paul Fehm

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