Elegie am Scheideweg.

Heute nacht hab ich ein pferd gestohlen
und musste es alleine stehlen
war auf mich gestellt und ganz verloren:
und weiß nicht ein und weiß nicht aus

aber schau: du warst nicht da
ohne dich kann ich keine pferde stehlen
ohne dich da bin ich nur ein dieb
verloren in der weiten nacht

jetzt aber stehe ich dumm da
vor einem stall im nirgendwo:
die sterne sind gewiss sehr schön
doch wird das nur wenig helfen

ich hab die hand am halfter
das pferd es schnaubt und schüttelt
sein halbseidnes haar: ungeduldig ists
und arg verschlafen im huf

in der stunde meiner not wo licht
verlassen in der nacht hinwiegt
warum warst du nicht da sag mir:
was tun mit ross und reiter

dann endlich sitz ich fest im sattel
auf der erde: das pferd aller lasten frei

wiehert in der schwarzen nacht

elegy

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13 Kommentare zu “Elegie am Scheideweg.

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