Zweites Zwischenspiel zu »Warte«.

Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Zivilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Tätigen, das heißt die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört deshalb zu den notwendigen Korrekturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muß, das beschauliche Element in großem Maße zu verstärken. Doch hat schon jeder einzelne, welcher in Herz und Kopf ruhig und stetig ist, das Recht zu glauben, daß er nicht nur ein gutes Temperament, sondern eine allgemein nützliche Tugend besitze und durch die Bewahrung dieser Tugend sogar eine höhere Aufgabe erfülle.

Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

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2 Kommentare zu “Zweites Zwischenspiel zu »Warte«.

  1. Hier wird immer wieder so ein Gegensatz eröffent zwischen den Rastlosen, Tätigen und den Kontemplativen, (in sich) Ruhenden. Wie würde Nietzsche wohl die jenigen einschätzen und einordnen, die zwar den ganzen Tag oder jedenfalls möglichst viel Zeit im Bett oder im Sessel verbringen (sozusagen kontemplativ) aber nicht völlig untätig sondern lesend und schreibend?

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